In der zurückliegenden Woche sprachen sich in einer Abstimmung mehr als 100 demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses in Washington für eine Beendigung der amerikanischen Militärhilfe für Israel aus. Eingebracht von dem republikanischer Parlamentarier Thomas Massie, scheiterte der Antrag freilich an der Mehrheit der Abgeordneten. 314 Volksvertreter, darunter 98 Demokraten, lehnten den Gesetzesvorschlag ab, lediglich 104 votierten für ihn.
Galt die jedenfalls mehrheitliche Unterstützung des jüdischen Staates im amerikanischen Parlament bisher parteiübergreifend als eine Selbstverständlichkeit, zeugt das jüngste Abstimmungsergebnis vom fortschreitenden Verfall des »linken« Lagers. Zwar gibt es auch einige irrlichternde Konservative, deutlich angesagter scheint der Haß auf Juden und Israel in der Partei der Alexandria Ocasio-Cortezs und der Zoran Mamdanis, wo Antisemitismus eine Karriere verspricht.
Zugleich ist die demonstrative Ablehnung des jüdischen Staates offenbar nicht immer das Ergebnis einer freiwilligen Entscheidung. So dokumentiert die Erklärung Adam Smiths, unter welchem Druck er bei der Abstimmung im Repräsentantenhaus stand. Danach war sein Votum auch das Ergebnis massiver Einschüchterungsversuche durch einen »linken« Mob, der vor Gewalt gegen Sachen so wenig zurückschreckt wie vor der Drohung, sie gegen Menschen zu wenden.
Die Demokraten sollten daher durchaus nachdenken, ob ihr zunehmend israelfeindlicher Kurs noch zu rechtfertigen ist. Wenn sich durch ihre Entscheidungen ein gewalttätiger antisemitischer Mob eingeladen und legitimiert fühlt, Selbstjustiz gegen vermeintliche oder tatsächliche Abweichler zu üben, hat das absehbar Folgen, die sich nicht bloß auf den Ausgang einzelner Abstimmungen beschränken werden, sondern die die gesamte parlamentarische Demokratie bedrohen.