»Wir Deutsche«, bescheinigte Frank-Walter Steinmeier kürzlich sich und denen, deren Staatsoberhaupt er ist, »haben Lehren aus unserer Geschichte gezogen«. In Berlin und anderswo wurde an den 80. Jahrestag der Befreiung der letzten Insassen des Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee erinnert, an den von Deutschen ins Werk gesetzten industriemäßigen Massenmord an den europäischen Juden.
»Die Lehren«, fuhr der Redner in seinem seltsamen Eigenlob fort, »bleiben richtig und gültig, auch in einem Land, das sich verändert. [..] Sie haben Vertrauen wachsen lassen, bei unseren Partnern in Europa und der Welt und sogar bei denen – welch ein Geschenk! -, die einst Opfer der Deutschen geworden sind«. Woher er diese Gewißheit nahm, behielt der Sozialdemokrat für sich. Sonntagsreden sind dazu da, vergessen zu werden.
Und offenbar ganz besonders eilig damit hatte es in diesem Jahr der Redner selbst, über den schon kurz darauf berichtet wurde, »Bundespräsident Steinmeier hat die Rolle der Türkei für Frieden und Stabilität im Nahen Osten hervorgehoben.« Das Bild zur Nachricht zeigt Frank-Walter Steinmeier und Recep Tayyip Erdoğan, den türkischen Präsidenten und bekennenden Hamas-Förderer, beim freundschaftlichen Händedruck.
Die Türkei Recep Tayyip Erdoğans ist ein sicherer Hafen für die Judenmörder der Hamas, die ihr Gönner für eine »Befreiungsbewegung« hält – auch und gerade nach dem 7. Oktober 2023. Für Israel hat Frank-Walter Steinmeiers geschätzter Amtskollege derweil weit weniger schmeichelhafte Bezeichnungen übrig. Der jüdische Staat ist für ihn ein »Apartheidstaat«, ein »Terrorstaat«, sein Regierungschef »der Schlächter von Gaza«.
Welche Lehren »aus unserer Geschichte« hat der »Wir Deutsche«-Bundespräsident gezogen? Daß glühende Antisemiten, daß offene Unterstützer organisierter islamistischer Bestien für »Frieden und Stabilität im Nahen Osten« stehen? »Erdogan kündigte [..] mit Blick auf die Lage im Gazastreifen und in Syrien an, weiterhin mit Deutschland zusammenzuarbeiten«, meldete der Deutschlandfunk. Und Frank-Walter Steinmeier lehnte nicht dankend ab.